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Umbau 50-er-Jahre-Haus
Beschreibung
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© Agnes Weber
Nachahmer erwünscht - Demonstration eines Solardaches
Nicht nur der ästhetische Anspruch an das neue Haus war hoch, auch energetisch sollte die Modernisierung des Hauses Maßstäbe setzen: z.B. die Reduzierung des Jahresheizwärmebedarfs auf ca. ein Fünftel des ursprünglichen Bedarfs.
Mehr Wohnfläche - weniger Heizbedarf
Im Jahr 2001 wurde eine umfassende Modernisierung mit Wohnraumerweiterung für das Haus Finkensteg 41 in Auftrag gegeben. Dieses Haus steht inmitten einer typischen 50-er-Jahre-Siedlung mit kleinen Einfamilien- und Doppelhäusern auf relativ großen Grundstücken. Es waren bis 2000 noch keine bedeutenden Veränderungen am Haus vorgenommen worden. Das Haus war zwar in gepflegtem Zustand, entsprach aber nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen an die Wohnfläche, den Wohnungszuschnitt, den Dämmstandard und der technischen Ausstattung.
Architektonisches Konzept
Das neue Erscheinungsbild des Hauses sollte eine moderne Auffassung von Architektur wiederspiegeln, keinesfalls sollte der Eindruck eines Anbaus an eine Anbau entstehen, der sich leider bei vielen Nachbarhäusern aufdrängt. Gleichwohl war durch das Bauamt eine Einfügung in die Nachbarbebauung verlangt. “Einfügen“ heißt aber nicht, sich gleichförmig unterzuordnen, sondern in einen lebendigen Dialog mit der Umgebung zu treten. Diese Diskussion wurde mit dem Bauamt geführt und im Ergebnis wurde die realisierte Lösung mit demonstrativer Solaranlage, mit Drempelerhöhung und Spitzbodenausbau zu Wohnzwecken akzeptiert.
Energiekonzept
Mit der Modernisierung und Erweiterung sollte gleichzeitig über die gesetzliche Anforderung hinaus eine Reduzierung der CO2-Emmisionen erreicht werden. Die Beurteilung des Bestands nach Wärmeschutzverordnung ergab einen Jahresheizwärmebedarf von 330 KWh/m²a, der über einen Gasheizkessel mit 25 KW Nennwärmeleistung abgedeckt wurde. Nach Umbau und Erweiterung um zus. 35 m² Wohnfläche beträgt der neue Jahresheizwärmebedarf 76 KWh/m²a und die neue Brennwerttherme ist mit einer Nennwärmeleistung unter 10 KW ausreichend bemessen.
Die Warmwasserbereitung erfolgt über eine Solarthermie-Anlage und einen 300-L-Speicher mit Nachspeisung aus der Gastherme. Die zusätzliche 3 KWpeak -Fotovoltaikanlage bestätigt deutlich die aufgeschlossene Haltung der Bauherrin zur Anwendung der erneuerbaren Energien. An dieser Stelle innerhalb der Siedlung in einem Kreuzungsbereich wird die Anlage durchaus als Demonstrationsobjekt wahrgenommen und diskutiert. Es wird deutlich, dass auch Eigentümer alter Häuser Ihren Beitrag zur CO2- Reduzierung leisten können. Spätestens bei anstehenden Sanierungen muss auch das energetische Konzept durchdacht und auf neue Lösungen untersucht werden.
Integration
Von Anfang an wurde nach Solar-Systemen gesucht, die gleiche Modulgrößen für die Fotovoltaik und die Thermie ermöglichen. Es sollte eine integrierte Anlage sein, die den ästhetischen Ansprüchen genügt und nicht eine zerklüftete, durch verschiedene Module entstellte Dachlandschaft ergibt. Leider gibt es nicht viele Anbieter, die diese Ansprüche umsetzen können. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der Schüco-Anlage. Es wurden 10 Module für die Fotovoltaik und 2 Module für die Solarthermie in einem gemeinsamen Rahmen montiert. Da die Breite des Daches schon im Entwurf auf die Modulgrößen angepasst wurde, entsteht der Eindruck eines kompletten Solardaches, das je nach Sonnenstand als homogene Fläche wirkt oder aber durch Lichtreflexionen interessante Farbspiele bietet.
Aktuelles
06.02.2008Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet
Am 18. Januar 2008 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)...
15.01.2008Dokumentation des Workshops "Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft" zum Download bereit
Link zum Download der Dokumentation: www.ils-shop.nrw.de/cgi-bin/ilsos/070241
Hausprojekte
Aus alt mach neu
58119 Hagen
Fertigstellung: 2006
KfW40 für eine prima Familie
44147 Dortmund
Fertigstellung: 2006