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Umbau einer Scheune

Beschreibung

Gläserne Scheune  - Umbau und Umnutzung zweier dem Verfall preisgegebener Gebäude
© Christian Schnabel
Gläserne Scheune - Umbau und Umnutzung zweier dem Verfall preisgegebener Gebäude
Abbruchreif galt ein alter Behelfsbau und eine Scheune aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Bonn. Da das Umfeld stimmte, sollten Beide einer neuen Bestimmung zugeführt werden. Sie wurden aufwendig rekonstruiert und zu einem Wohnhaus umgebaut. Wichtig war den Bauherren, dass möglichst viel alte Bausubstanz erhalten und instand gesetzt oder zumindest wieder verwendet wurde. Große Glasflächen öffnen das Gebäude optisch und lassen ihm hohe solare Wärmegewinne zufließen. Die Scheune wurde seitlich durch einen gläsernen Anbau erweitert. Tatsächlich entstand ein in vielerlei Hinsicht hochmoderner Bau, der einzelne Elemente wie Grundform und Material der ehemaligen Gebäude aufgreift und weiterführt.

Unweit der Burg Endenich erwarb der Bauherr ein Grundstück mit für den Ort typischen Merkmalen: an der Straße ein mehrgeschossiges, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammendes Wohnhaus, im hinteren Teil des durch Erbteilung tiefen, aber schmalen Grundstückes eine alte Scheune. In den Kriegswirren wird zwischen Scheune und Vorderhaus ein einfacher Behelfsbau als Ausweichquartier für das teilweise zerstörte Vorderhaus errichtet.

Diese alte Scheune und der Behelfsbau, welcher zeitweilig als Kohlehandlung diente, wurden im Rahmen der Maßnahme zu einem Wohnhaus umgebaut. Bei beiden Gebäudeteilen wurden nicht mehr funktionstüchtige Bauteile abgebrochen, das Dach wurde komplett entfernt, die Rückwand der Scheune ebenso. Übrige Gebäudeteile wurden nach sorgfältiger Prüfung und unter Berücksichtigung der historischen Bauweise instandgesetzt. Auf diese Weise wurden große Teile der Substanz erhalten. Die bestehenden Baukörper wurden um einen seitlichen Anbau ergänzt, die ehemals geschlossenen Wandflächen erhielten Einschnitte für großzügige Fenster zur Tageslichtnutzung. Durch die Einbeziehung der vorhandenen Substanz - das Gebäude verfügt über 40 cm starke Außenmauern aus Feldbrandstein - mussten für die Einhaltung des Wärmeschutzes besondere Wege beschritten werden. Eine Außendämmung der Wände schied aus, da das Sichtmauerwerk in seiner Art erhalten werden musste, eine Innendämmung war bauphysikalisch nicht umsetzbar. Es wurden daher alle neuen Bauteile wärmedämmend ausgeführt, große Glasflächen sorgen für solare Wärmegewinne, die Haustechnik wurde nach den Regeln der Technik effizient ausgelegt.

Das Objekt lebt von dem Kontrast der alten Bausubstanz aus Feldbrandstein und der modernen Fassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion. Durch diese Form der Umnutzung und Nachverdichtung wurde dem bis dahin als nutzlos und baufällig eingestuften Behelfsbau aus Kriegszeiten eine neue Verwendung gegeben.

Aktuelles

06.02.2008

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet

Am 18. Januar 2008 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)...

15.01.2008

Dokumentation des Workshops "Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft" zum Download bereit

Link zum Download der Dokumentation: www.ils-shop.nrw.de/cgi-bin/ilsos/070241

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