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Demonstrationszentrum Bau und Energie

Beschreibung

Bauen begreifen - Demonstrationszentrum der HWK Münster macht innovatives Bauen anschaulich
© Handwerkskammer Bildungszentrum Münster
Bauen begreifen - Demonstrationszentrum der HWK Münster macht innovatives Bauen anschaulich

Wer wirklich ganz genau wissen will wie ein modernes Haus funktioniert, der sollte nach Münster fahren - genauer zum Paul-Schnitker-Haus der Handwerkskammer Münster. Hier entstand ein in Deutschland einzigartiges Informations- und Demonstrationszentrum zum Thema innovative Bautechniken, energiesparendes und ökologisches Bauen. Dem Besucher soll das immer komplexer werdende moderne Haus anschaulich und begreifbar gemacht werden. An und in den modellhaften Gebäuden – Reihenhaus, Doppelhaus, Forumsgebäude – sind unterschiedlichste technische Konzepte anschaulich gemacht worden. Selbstverständlich wurden auch in der vermittelnden Didaktik innovative Methoden verwendet, ein rundum spannendes und anregendes Projekt.

Projektanschrift

Franz-Meis-Straße 1-2
48163 Münster

Anmelder/in

Andreas Müller
Handwerkskammer Bildungszentrum Münster
Echelmeyerstraße 1-2
48163 Mümster
Telefon: 0251-705-1311

http://www.demozentrum-bau.de

Bildergalerie

© Handwerkskammer Bildungszentrum Münster
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Grunddaten

Bauherr/in
Handwerkskammer Münster

Fertiggestellt
2004

Wohn- /Nutzfläche [m²]
170

Sonstige Nutzfläche [m²]
968

Bauwerkskosten [€]
3184

Gesamtbaukosten [€]
5448

Hauseigenschaften
Nicht Wohngebäude
Neubau

Ökologisch und ressourcenschonend

1.01 Gesundes Bauen, Wohnen und Arbeiten
Beim Bau des Demonstrationszentrums sind – wenn eben möglich und aus didaktischen Gründen sinnvoll – nachwachsende Baustoffe verbaut worden. Um feuchtespeichernde Flächen zu schaffen, sind viele Wände aus Lehm oder mit Lehm verputzt. Der Einsatz von Kunstharz-Schäumen (Polystyrol, PU) war untersagt, ebenso wie z.B. Montageschaum. Die Auswahl erfolgte entsprechend der Positivliste des AKÖH.
Bei der Auswahl der Möbel wurden die Kriterien des Bundes- Umweltministeriums zur Möblierung von Büros zugrunde gelegt.

1.02 Umweltschonendes Bauen
Um umweltschonendes Bauen gewährleisten zu können, sind schon in die Vorplanung ein Baubiologe und ein Bauphysiker einbezogen worden. Diese hatten die Aufgabe, die Umsetzungsmöglichkeiten der geplanten Konstruktionen mit nachwachsenden Baustoffen schon von Anfang an zu überprüfen. Später waren die Leistungsverzeichnisse auf Übereinstimmung mit den gewählten Materialien und die Umsetzung auf der Baustelle zu überprüfen. Materialien und Stoffströme sind in eine Ökobilanz eingegangen. Die Ergebnisse sind im Internet abrufbar.

1.03 Energieeffizienz
Im Demonstrationszentrum werden unterschiedliche, für Niedrig- und Passivhäuser geeignete Heizungs- und Lüftungssysteme eingesetzt und ausgestellt. Dabei werden überwiegend Solarenergie und Holz als regenerative Energieträger eingesetzt. Für eine Wohneinheit wird die Heizwärme durch eine Wärmepumpe erzeugt, die dem Boden über einen 75 m tiefen Erdspieß die Wärme entzieht.
Fast alle Räume des Zentrums haben unterschiedliche Lüftungsanlagen (zentral, dezentral, mit und ohne Wärmerückgewinnung, Bodenwärmetauscher, Nachheizung ...).

1.04 Regenerative Energieerzeugung
Neben der Solarthermie (76 m² Flach- und Röhrenkollektoren) beruht die Wärmeversorgung des Zentrums auf einer Holzpelletsheizung (30 kW), einer Wärmepumpe und Fernwärme (Doppelhaus). Durch die vom FHG-IBP entwickelte Messtechnik ist es möglich, die Energieströme exakt zu erfassen und im Internet zu betrachten.
Energietechnisches highligth ist die solare Absorptionskälteanlage für das gläserne Forum mit einer Kälteleistung von 20 kW. Da solares Strahlungsangebot und Kältebedarf in der Regel korreliert sind, ist der Speicherbedarf für Wärme und Kälte bei solarer Kühltechnik gering.
Solare Stromgewinnung am Gebäude dient lediglich Demonstrationszwecken. In das Flachdach des Reihenhauses integriert sind amorphe Folienmodule (1 kWp) . In die Fassade oberhalb der 3 südorientierten Fenster sind 3 multikristalline Modulflächen von insgesamt 1,5 kWp Leistung integriert.

1.05 Wasserver- und -entsorgung
Während das Regenwasser von der Haupt-Dachfläche in einer Mulde versickert wird, wird der Regen vom Dach des Doppelhauses in einer Zisterne gespeichert und für die Spülung der WC genutzt. Bei der Anlage der Wege wurden überwiegend wassergebundene Decken aus Kiessand oder Ziegelbruch oder Rasenfugen-Pflaster eingesetzt.

1.09 Weitere Kriterien
Bauen „begreifbar“ machen - das ist das Ziel der Ausstellung im Forum des Demonstrationszentrums. Um die unterschiedlichen gebauten Konstruktionen und Materialien darzustellen, wurden Teile der Gebäude quasi herausgeschnitten und im Originalmaßstab in der Ausstellung aufgebaut. Vertikale und horizontale Schnitte erlauben jetzt den Einblick in alle Konstruktionen.
Das aktuelle Bauteilverhalten kann durch die Vielzahl eingebauter Messfühler nachvollzogen werden. Das vom Fraunhofer Institut für Bauphysik entwickelte Meßsystem registriert ständig mit wissenschaftlicher Genauigkeit Wärme, rel. Feuchte, Holzfeuchte, CO2-Gehalt der Luft und verschiedenste für die Versorgungstechnik relevante Parameter. An den Monitoren in der Ausstellung und im Internet können die Daten grafisch aufbereitet abgerufen werden.
Die Ausstellung ist Montag bis Freitag in der Zeit von 8 – 18 Uhr öffentlich zugänglich. Führungen sind an jedem ersten Dienstag im Monat um 18 Uhr, Führungen von Gruppen sind nach Absprache möglich (bitte telefon. Anmeldung 0251-705-1318)

Ökonomisch

2.01 Kostenoptimierung
Bei der Auswahl der Wand- und Deckenkonstruktionen wurden neben ökologischen auch ökonomische Kriterien herangezogen. Die Bewertung der Alternativen auch unter didaktischen Gesichtspunkten ist im Internet (www.demozentrum-Bau.de/Planung/Bauteile) dokumentiert.

Sozial

3.01 Städtebauliche Maßnahmen
Durch die Schaffung einer aufgepflasterten Achse zwischen den Gebäuden über die Straße hinweg und entsprechende Bepflanzung wurde eine optische Einengung der nachfolgenden Spielstraße erreicht.
Das Forum steht mit seiner Ausstellung der Öffentlichkeit offen und bietet so den Besuchern die Möglichkeit, sich Hersteller-neutral zu informieren.

Aktuelles

06.02.2008

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet

Am 18. Januar 2008 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)...

15.01.2008

Dokumentation des Workshops "Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft" zum Download bereit

Link zum Download der Dokumentation: www.ils-shop.nrw.de/cgi-bin/ilsos/070241

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