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Haus Schroiff

Beschreibung

Living in a box - Gleich von zwei Seiten wurde das kleine 50er Jahre Haus zum Mehrgenerationenhaus im Niedrigenergiestandard erweitert
© Petra L. Müller
Living in a box - Gleich von zwei Seiten wurde das kleine 50er Jahre Haus zum Mehrgenerationenhaus im Niedrigenergiestandard erweitert
Das große Eckgrundstück in Münster ermöglichte eine kreative und ungewöhnliche Lösung zur von den Bauherren gewünschten Wohnraumvergrößerung: Jeweils an Nord- und Südseite des Hauses wurde eine holzverkleidete "Kiste" angefügt. Beide Anbauten ergänzen auf elegante Weise den alten Gebäudeteil zu zwei voneinander unabhängigen Wohneinheiten, die je nach Bedarf und Lebenssituation zusammen geschaltet werden können. Der ursprüngliche Wohnraum konnte nahezu verdoppelt werden: ausreichend Platz für gleich mehrere Generationen. Selbstverständlich wurde im Zuge der Baumaßnahme der alte Hausteil umfassend saniert. Der CO2-Ausstoß konnte um ca. 75% vermindert werden

Anbau mit "ORANGEN(-)KISTEN"
Umbau und Erweiterung eines 50er-Jahre-Wohnhauses zu einem Mehrgenerationen-Wohnhaus mit Niedrigenergiestandard. Das kleine Wohnhaus liegt mittig auf einem großzügigen Eckgrundstück und wurde auf zwei Seiten erweitert. Im Süd-West-Garten durch eine eingeschossige Box auf quadratischem Grundriss, im Nord-Ost-Garten durch einen langgestreckten, schmalen zweigeschossigen Anbau. In den Anbauten sind jeweils die Wohnräume der zwei Wohneinheiten untergebracht. Schlafräume, Küchen und Sanitärbereiche sind im Bestand organisiert. Ein "Schaltzimmer" lässt sich mit geringstem baulichen Aufwand einer der beiden Wohnungen zuordnen und ermöglicht so die flexible Anpassung der Wohnungsgrößen an sich ändernde Familiensituationen.
Neben einer umfassenden Wärmeschutzsanierung sorgen Photovoltaik, Solarthermie, Wohnraumlüftung und Regenwasserzisterne für ressourcenschonendes Wohnen

Projektanschrift

Redigerstraße 24
48149 Münster

Anmelder/in

Dipl.-Ing. Architektin
Petra L. Müller
Planungsbüro bau.RAUM
Fresnostraße 101
48159 Münster
Telefon: 0251.39 09 58 1

http://www.bau-raum.de

Bildergalerie

© Petra L. Müller
© Petra L. Müller
© Petra L. Müller
© Petra L. Müller

Grunddaten

Bauherr/in
Peter Schroiff

Fertiggestellt
2002

Wohn- /Nutzfläche [m²]
221

Sonstige Nutzfläche [m²]
30

Bauwerkskosten [€]
1271

Gesamtbaukosten [€]
1601

Hauseigenschaften
1-2 Familienhaus
Sanierung/Altbau

Ökologisch und ressourcenschonend

1.01 Gesundes Bauen, Wohnen und Arbeiten
m Altbau wurden die Fensteröffnungen optimiert, so dass eine gute Tageslichtnutzung in allen Räumen, einschl. Sousterrain gegeben ist.
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung in jeder Wohneinheit bietet einen hohen Wohnkomfort und sorgt für ein hygienisches Raumklima und eine zusätzliche Einsparung von Heizenergie. Eine Netzfreischaltung in allen Schlafräumen mindert die Belastungen von allgegenwärtigem Elektrosmog.

1.02 Umweltschonendes Bauen
Es wurden baubiologisch unbedenkliche Baustoffe eingesetzt, wenn möglich unbehandelt, keine Verbundbaustoffe.
Terrassen und Schiebläden aus unbehandelter Lärche, Eichenparkett geölt & gewachst, Stahltreppe innen gewachst, Stahltreppen außen feuerverzinkt, Steinwolle als Dämmung, mineralischer Außenputz, Silicatfarben innen, sägerauhe Sperrholzplatten, geölt für die Bekleidung der Anbauten.

1.03 Energieeffizienz
Die umfassende Wärmeschutzsanierung des Altbaus und die hochwärmegedämmte Ausführung der Anbauten in Holzbauweise mit einer hohen Luftdichtigkeit haben den Energieverbrauch des Hauses von 370 auf 52 kWh/m2a gesenkt. Ein hoher Anteil festverglaster Fensterelemente sorgen für hohe solare Erträge.
Intelligente Haustechnik: Eine solarthermische Anlage mit 12 m2 bietet neben der sommerlichen Trinkwassererwärmung eine Heizungsunterstützung der Brennwerttherme. Darüber ist eine Photovoltaikanlage mit 3,7 kWp zur Netzeinspeisung installiert. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nutzt die Wärme der Abluft.

1.04 Regenerative Energieerzeugung
Solarkollektoren, Photovoltaik siehe 1.3

1.05 Wasserver- und -entsorgung
Der Trinkwasserbedarf wurde durch den Einbau einer Regenwassernutzungsanlage mit einer 5500 l -Zisterne erheblich reduziert. Die Zisterne speichert das Regenwasser des Altbau-Daches und versorgt die Toiletten, die Waschmaschinen und die Bewässerung des knapp 800 m2 großen Grundstücks.
Die Flachdächer der Anbauten sind extensiv begrünt. Überschüssiges Wasser wird auf dem Grundstück versickert.

1.06 Umweltfreundliche Entsorgung
Neben der Müllvermeidung steht ein Kompost auf dem Grundstück zur Verfügung

1.07 Begrünung
Der Garten wurde nach ökologischen Kriterien gestaltet. Die vorhandene Hainbuchenhecke wurde mit standortgerechten Gehölzen wie Heckenrose, Felsenbirne, Haselnuss ergänzt. Ein kleiner Teich und verschiedene Nisthilfen im Garten locken heimische Tiere zum Verweilen ein. Die Böschungen zu den Lichthöfen wurden mit einheimischen Wildstauden begrünt, die Licht-Höfe mit Kies versickerungsfähig ausgebildet und die Flachdächer der Anbauten als \\"Ausgleich\\" extensiv begrünt

Ökonomisch

2.01 Kostenoptimierung
Die Anbauten wurden kostengünstig und zeitsparend in Holzbauweise errichtet und mit geschosshohen Sperrholztafeln beplankt.
Das Ziegeldach des Altbaus wurde erhalten und im Bereich derTraufen und Ortgänge ergänzt.
Einfache und ehrliche Materialien haben zu einer kostengünstigen und wohngesunden Ausführung beigetragen.

2.02 Flächensparendes Bauen
Der Altbau wurde genutzt und flächensparend ergänzt.

2.03 Stärkung der lokalen Wirtschaft
Die Baumaßnahme wurde mit regionalen Handwerkern, Planern realisiert.

2.04 Qualitätsmanagement
Eine konsequente Planung, Ausführung, Bauleitung und Kostenüberwachung in enger Absprache mit dem Bauherren hat die hohe Qualität bei niedrigen Kosten ermöglicht.

Sozial

3.01 Städtebauliche Maßnahmen
Das Siedlungsgebiet gewinnt durch die umfassende Bestandssanierung. Der südwestliche Anbau ergänzt städtebaulich die Raumkante zur Redigerstraße.

3.02 Nutzerorientierte Maßnahmen
Die Grundrisse weisen eine hohe Flexibilität auf. Verschiedene Wohnungsgrößen, Lebensszenarien können mit geringem baulichen Aufwand realisiert werden. Die Hauptwohnung ist barrierefrei ausgebaut.

Aktuelles

06.02.2008

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet

Am 18. Januar 2008 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)...

15.01.2008

Dokumentation des Workshops "Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft" zum Download bereit

Link zum Download der Dokumentation: www.ils-shop.nrw.de/cgi-bin/ilsos/070241

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