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Kindergarten Biberburg

Ökologisch und ressourcenschonend

1.01 Gesundes Bauen, Wohnen und Arbeiten
© Stadt Sendenhorst
Vielfältige Tageslichtverhältnisse und Sichtbeziehungen ergeben ein spannendes Raumerlebnis und tages- und jahreszeitliches Wohngefühl: Räume mit Südostverglasung für die Morgensonne, Rückzugsmöglichkeiten mit kühlem Nordlicht im Obergeschoss, hiervon wieder Fensterchen in die Spielhalle sowie verschiedene Ausblicke in die Landschaft. Mit unterschiedlichen Sinneseindrücken lernen und erleben die Kinder zu unterscheiden. Dieses pädagogische Prinzip wurde auch bei den Innenmaterialien und Farben angewandt, die fein nuanciert eine der natürlichen Umgebung entsprechende Welt gestalten. Der Wunsch nach baubiologisch einwandfreien Materialien führte zur Holzrahmenbauweise mit Zellulose-Dämmung und naturverträglichen Bodenbelägen wie Holzparkett, Linoleum und Ziegenhaarteppich.
Gute Dämmung, Natürliche Verschattung und Lüftung in Verbindung mit Speichermasse sowie die hinterlüfteten Gründächer führen zu einem angenehmen Raumklima.

1.02 Umweltschonendes Bauen
Mit einer industriell vorgefertigten Holzrahmenbaukonstruktion und einer Lärchenholzfassade wurden nachwachsende und regionale Baustoffe verwendet. Die Vorfertigung vermeidet Müll während und nach der Bauphase. Für den anschließenden Innenausbau wurden ausschließlich naturverträgliche Baustoffe verwendet. Kunststoffe und Dampfbremsen sowie Sandwichbaustoffe kamen nicht zum Einsatz. Damit ist die gesamte Bausubstanz recyclebar.

1.03 Energieeffizienz
© Stadt Sendenhorst
Der Kindergarten ist in Niedrigenergiebauweise erstellt. Mit einem Energiekonzept / ökologisches Konzept wurden die Prinzipien passive Solarnutzung im Winter bzw. Kühlung / natürliche Verschattung im Sommer in Bezug auf Dachüberstände, Verteilung der transparenten Flächen, Luftbewegungen, Speichermassen etc. überprüft und ausgeführt.
Ergänzend dazu wurde eine sparsame und kompakte Haustechnik als Niedrigtemperaturheizung mit Gas-Brennwerttechnik (in Kombination mit Warmwasserkollektoren) eingebaut.

1.04 Regenerative Energieerzeugung
Die Kollektoren als aufgeständerte Anlage auf dem südlichen Gründach liefern ausreichend Warmwasser für den Sommer und die Übergangszeit. Der Warmwasserspeicher steht innerhalb der beheizten Gebäudehülle (Technikraum).

1.05 Wasserver- und -entsorgung
Die nördlichen Dachflächen aus Zink sammeln das Regenwasser in einer Zisterne, von denen die Toilettenanlagen und die Außenzapfstellen gespeist werden. Die Wege und gepflasterten Flächen sind unversiegelt bzw. mit Drainpflaster gestaltet. Damit ist dieser Kindergarten der erste im Kreis Warendorf, der eine Regenwassernutzungsanlage vorweisen konnte. Die bisherigen Erfahrungen damit sind gut Aufgrund des kühlen Erdspeichers aus Beton gibt es keine Keimbildung oder ähnliche Probleme.

1.06 Umweltfreundliche Entsorgung
Zur Müllvermeidung während der Bauzeit siehe oben. Seit Inbetriebnahme ist Mülltrennung Teil der Pädagogik und natürlich gibt einen Komposthaufen für den selbstangelegten Garten.

1.07 Begrünung
© Stadt Sendenhorst
Jeder Gruppe ist ein eigener Freibereich mit einem gruppenspezifischen Obstbaum zugeteilt. Die übrige Allgemeinfläche ist frei von klassischen Spielgeräten und eher als Sinnes- und Erfahrungspark gestaltet: Pflanzenhöhlen, Hügel, und Steinhaufen bieten den Kindern die Möglichkeit, ihre Sinne und Erfahrungen mit der Natur zu sammeln. Die großzügigen Glasfronten in den einzelnen Gruppenräumen sollen den Kindern auch im Gebäude ein Naturgefühl vermitteln. Die Gruppenräume sind dementsprechend gen Süden ausgerichtet , erster Blickfang ist jeweils der Obstbaum: ein Kirschbaum, ein Pflaumenbaum und ein Wallnussbaum repräsentieren mit ihrer unterschiedlichen Blütezeit den Jahresverlauf und dienen darüber als Beobachtungs- und Lernobjekt. Die südlichen Dachflächen sind extensiv mit verschiedenen Mauerpfeffer- bzw. Sedum-Arten begrünt.

Ökonomisch

2.01 Kostenoptimierung
Die Holzrahmenkonstruktion wurde statisch optimiert (Querschnitte, Holzverbrauch) und industriell vorgefertigt. Das komplette Traggerüst und die Dachkonstruktion konnte innerhalb von 3 Wochen errichtet werden. Durch diese Bauweise wurde die Bauzeit erheblich verkürzt und Kosten gespart. Optimale Wärmedämmung und die solaren Wärmegewinne lassen einen recht niedrigen Energieverbrauch erwarten.
Der Trägerverein hat in vielfältiger Art Eigenleistungen erbracht (Tischlerarbeiten, Pflasterung, Gartengestaltung, Konzeption und Projektsteuerung) und damit nicht nur Kosten gespart sondern auch gemeinschaftliches Bauen und Identifikation vermittelt.

2.02 Flächensparendes Bauen
Die zweigeschossige Bauweise, welche zunächst große brandschutzrechtliche Hindernisse zu überwinden hatte, lässt entsprechende Freiflächen unbebaut, die den Kindern als Gartenfläche zugute kommen.

2.03 Stärkung der lokalen Wirtschaft
Die Arbeiten wurden zum größten Teil von regionalen Handwerkern und Ingenieuren ausgeführt. Trotzdem wurde durch eine Ausschreibung und gewerkeweise Vergabe insgesamt sehr gute Preise erzielt, die das ehrgeizige Programm erst realisierbar machten.

2.04 Qualitätsmanagement
Durch ständige, z.T. tägliche Bauleitung wurde die Qualität auf der Baustelle gesichert und dokumentiert.

Sozial

3.02 Nutzerorientierte Maßnahmen
Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Architekten, dem Trägerverein Biberburg und dem Erzieher- und Erzieherinnen-Team vor und während der gesamten Bauphase hat über eine normale „Nutzerbeteiligung“ hinaus zu einer lebendigen Nutzergemeinschaft geführt, die auch acht Jahre nach Einweihung fortbesteht. Die Integration von behinderten Kindern klappt problemlos. Dazu ist auch ein Film erstellt worden (Thomas Hoffmeister-Höfener, Tel 02535/1200) Bauliche Voraussetzungen für die mögliche Erweiterung der Anlage zu einem Kinderhort sind bereits in die Planung mit einbezogen und später umgesetzt worden. Die Gebäudekonzeption erlaubt auch vielfältige Veranstaltung anderer Art für das Dorf, wie zum Beispiel Filmvorführungen, Sport- und Gymnastikveranstaltungen, Feiern etc.

3.03 Integrative Maßnahmen
Integrative Gruppe siehe 3.2

Aktuelles

06.02.2008

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet

Am 18. Januar 2008 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)...

15.01.2008

Dokumentation des Workshops "Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft" zum Download bereit

Link zum Download der Dokumentation: www.ils-shop.nrw.de/cgi-bin/ilsos/070241

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