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Aufstockung 1-2 Familienhaus, Ahlen
Beschreibung
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© Agnes Weber
Groß aufgesetzt, Altes Haus – neues Dachgeschoss
Allein das hervorragend gedämmte Dachgeschoss senkt den Jahresheizwärmebedarf des gesamten Hauses pro m² um fast die Hälfte. Auch optisch hat das Haus gewonnen. Natürliche Lärchenschalung und viele Fenster verleihen dem Haus eine junge und moderne Ausstrahlung.
Im Juli 2002 wurde mit der Aufstockung des Hauses Schillerstraße 13 begonnen. Hierfür wurde ein sehr kleines Dachgeschoss (2-Pers.-Wohnung) abgetragen und ein sehr großes Dachgesschoss (5-Personen-Wohnung) neu aufgebaut. Bedingung schon für den Entwurf war die Umsetzung einer ökologisch und energetisch optimierten Bauweise. Der Grundriss sollte ausreichend Platz für die 5-köpfige Familie bieten, aber nach Heranwachsen der Kinder auch eine Trennung in verschiedene Wohnungen ermöglichen. Das Hauptgesschoss war während der Umbauzeit bewohnt.
Architektonisches Konzept Der bestehende Bebauungsplan ließ nicht viel Spielraum für Erweiterungen des Gebäudes, sodass eine Maximierung der Wohnfläche nur über eine maximale Ausnutzung der zulässigen Bautiefe, der Dachneigung und durch zusätzliche Dacheinschiftungen zu erreichen war. Während das Sockelgeschoss als Massivbau mit holländischem Verblender sehr bodenständig wirkt, vermittelt das neue Dachgeschoss durch die natürliche Lärchenholzverschalung und die Dachüberstände Leichtigkeit. Alt und neu bleiben deutlich ablesbar und ergänzen sich gut. Die Aufstockung wurde in Holzrahmenbauweise durchgeführt, da hier neben den ökologischen und energetischen Vorzügen vor allem die Bauzeit entscheident war. Nach Öffnen des alten Daches musste innerhalb kürzester Zeit ein regendichtes neues Dachgeschoss stehen.
Energiekonzept Zur Beurteilung der vorhandenen Substanz und der energetischen Verbesserung durch die qualitativ hochwertige Aufstockung wurden zunächst Berechnungen nach der Wärmeschutzverordnung angestellt und diese miteinander verglichen. Der Jahresheizwärmebedarf sinkt von 130,6 kWh/m²a auf 69,9 kWh/m²a. Dies bedeutet, dass der CO2-Ausstoß dieses Hauses bei weiterer Verwendung von Gas als Energieträger um 8540 kg/a reduziert wird, obwohl die Wohnfläche um 56 m² erweitert wird. Da der Altbau vor 1978 errichtet wurde, fällt mit diesen günstigen Werten der Umbau in das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, und die Bauherrin erhält einen zinsgünstigen (zur Bauzeit 2,5 %) Kredit in Höhe von 250 €/m² von der KfW-Bank. Zusätzlich werden Gelder bereitgestellt aus dem CO2-Minderungsprogramm für weitere Dämmmaßnahmen und technische Einbauten.
Die Dachgeschosswohnung erhielt ein dezentrales Lüftungssystem, bei dem Wärmtauscher mit vorgeschalteten Gleichstromventilatoren für eine ausreichende Lüftung bei gleichzeitiger Wärmerückgewinnung (nach TÜV-Angabe 92 %) sorgen. Die Ventilatoren werden bei minimalem Stromverbrauch in regelmäßigen Zeittakten in der Laufrichtung umgeschaltet, sodass sie beim Luftausblasen die Porzellanwärmetauscher aufladen, beim Lufteinziehen diese dann wieder entladen.
Da die Heizungsanlage aus dem Jahr 1978 auch dringend ausgetauscht werden musste, wurde die Gelegenheit zur kompletten Umstellung genutzt. Künftig wird das gesamte Haus über eine Holz-Pelletheizung mit automatischer Beschickung über Schneckenförderung beheizt. Für die Warmwasserbereitung wurde eine Solaranlage mit einem 450-l-Schichtenspeicher eingesetzt, der bei Bedarf vom Pelletofen nachgeheizt wird.
Aktuelles
06.02.2008Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet
Am 18. Januar 2008 wurde in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB)...
15.01.2008Dokumentation des Workshops "Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft" zum Download bereit
Link zum Download der Dokumentation: www.ils-shop.nrw.de/cgi-bin/ilsos/070241
Hausprojekte
Aus alt mach neu
58119 Hagen
Fertigstellung: 2006
KfW40 für eine prima Familie
44147 Dortmund
Fertigstellung: 2006